Dienstag, 1. Januar 2013

Reisekino 2012 ist Geschichte

Das Reisekino Toggenburg fand im Herbst 2012 zum ersten Mal statt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt den Zuschauern fremde Länder, Kulturen un das Individualreisen im Allgemeinen näher zu bringen. Dabei zeigten wir animierte Foto- und Videoschauen von unseren eigenen Reiseabenteuern. Frisch verheiratet begaben wir uns im Sommer 2009 auf unsere verlängerten Flitterwochen und reisten einfach, spontan und kostengünstig. Während zwei Jahren durchquerten wir 16 Länder und traten über 12'500 Kilometer in die Pedalen. Faszinierende Bilder und Berichte über freies Reisen ohne Ziel. Wir möchten die Leute inspirieren sich selber auf Reisen zu begeben und denjenigen Bilder dieser wunderbaren Welt ins Toggenburg bringen, welche persönlich nicht Reisen wollen oder können. 


Nochmals ein grosses Dankeschön an alle Helfer sowie Besucher des Reisekino 2012. Ihr wart super und habt den Anlass einzigartig gemacht... Besucht uns auch im 2013 in Alt St. Johann... Merci und Lieber Gruss Gabriel und Kyoko sowie das ganze Reisekino Team

Sommer in den Alpen


Reis, Sake, Tamagochi, Millionenstädte und Sumoringer. Dies ist für uns Japan. Schokolade, Berge, Käse und Kühe so sieht die Schweiz aus Sicht der Japaner aus. Und genau diese Gegensätze durfte ich diesen Sommer hautnah erleben. Denn aus Japan kommend stand für mich in der Schweiz ein Schweizer Alpsommer an. Wie immer, lebte ich mich schnell wieder ein in der Schweiz ein. Nach wenigen Tagen in der Heimat stand ich bereits mit einer weissen Schürtze im Käsekeller, der Sennerei Knaus in Unterwasser. Bei Bauer Köbi und seiner Familie absolvierte ich einen dreimonatigen Zivildienst. Nach meiner militärischen Rekrutenschule wechselte ich bereits vor einigen Jahren in den Zivildienst. Nun habe ich das Privileg eine Mistgabel für einen Bauern anstelle von einem Gewehr für Ueli Maurer in die Hand zu nehmen. Dafür gibt es wie im Militär einen Sold, gar nicht schlecht so finde ich.

Der spannende und arbeitsreiche Sommer begann mit einem traditionellen Alpaufzug. Dabei bringen die Sennen Frauen und Männer ihre Tiere erstmal auf die Voralp wo man sich gewöhnlich 4 bis 5 Wochen aufhält bevor es weiter auf die Hochhalp geht. Die Voralp Trosen befindet sich auf gut 1300 Meter über Meer, die Hochalp Kirchli auf über 1500 Meter. Auf der Alp Trosen entsteht täglich aus über 600 Liter Milch Alpkäse, der von Köbi persönlich verarbeitet wird. Die Milch kommt direkt von den Kühen seiner Söhne, die ihre Ställe unmittelbar neben dem kleinen Käsehüttlein haben. Dazu kommen gut 120 Liter pro Tag von einem dritten Bauern. Köbi zeigt mir sein Handwerk von A bis Z. Er ist noch einer der letzten Käser im Toggenburg, welche Käse von Hand herstellen. Ich unterstütze ihn bei der täglichen Arbeit, hauptsächlich aber mit Waschen. Die Käseformen müssen täglich gereinigt werden. Einige Leute sagen, 90% beim Käsen ist Waschen.
Viele Leute, da zähle auch ich mich vor diesem Sommer dazu, stellen sich das Älplerleben immer als gemütlich und entspannend vor. Nun weiss ich, dass es harte Arbeit ist. Köbi und seine Söhne sind oft um 5 Uhr Morgens bereits im Stall am Melken. Die frische Milch wird anschliessend gleich verwertet und Käse, Rahm sowie Butter entsteht. Nach einem ausgiebigen Mittagessen, dass wir auf einem Holzfeuer Kochherd kochen, beginnen übliche Älplerarbeiten wie Zaunen, Wildheuen, Reperaturarbeiten an der Hütte, viele Autofahrten ins Tal und wieder hoch um Käse runterzubringen oder div. Nachschübe abzuholen etc....


Die Arbeiten sind anstrengend, die Tage lang. Für Köbi ist dies jedoch nicht Arbeit, es ist seine Leidenschaft, sein Leben. Man spührt, dass die Berge (das Kirchli) sein Zuhause ist . Für mich war es ein Sommer mit vielen Eindrücken und guten Erfahrungen. Das tägliche Leben hoch oben in den Bergen, gefiel mir sehr gut. Speziell die Herstellung von Bloderkäse über dem Holzfeuer war wunderbar. Respekt gegenüber der Familie Knaus für die grosse Arbeit und Leidenschaft, die Sie in Ihre Arbeit stecken. Unglaublich innovativ und weltoffen, führen Sie einen bemerkenswerten Schweizer Bauernfamilienbetrieb.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Gruss aus Japan

Liebe Reisekino-Freunde

Die Vorbereitungen für das Reisekino Toggenburg Anfangs September 2012 laufen. Momentan befinden wir uns gerade in Japan bevor wir Ende Mai in die Schweiz zurückkehren.

Wir sind auf Sponsoren- und Partnersuche. Bitte verbreitet die Informationen und helft uns, unsere Seite www.reisekino-toggenburg.ch sowie den Event zu fördern. In Kürze erstellen wir das Detailprogramm und legen die Aufführungszeiten etc. fest. Bleibt also dabei. Neuigkeiten und News findet ihr wie immer hier auf dieser Seite oder auf www.reisekino-toggenburg.ch

Lieber Gruss aus Japan
Gabriel und Kyoko


Samstag, 28. April 2012

Sayonara Nozawa

Auch in den Monaten März und April war unsere Skilodge in Nozawa Onsen sehr gut gefüllt. Am Osterwochenende fielen nochmals riesige Schneeflocken vom Himmel. Dies sollten jedoch die letzten Pulverschneekurven in diesem Jahr sein. Arbeitsmässig war immernoch viel los. Vor zwei Wochen war die Lodge erneut voll gebucht. Dann ging es aber plötzlich schnell und wir verabschiedeten die letzten Gäste am 18 April aus der Villa Nozawa. Nach einigen Tagen Aufräum-, Putz- und Wartungsarbeiten kam unser letzter Arbeitstag hier in Nozawa Onsen und wir sagten Sayonara zum Ort, den Onsens und den Leuten, die uns sehr ans Herz gewachsen sind. Es war eine tolle Saison mit unglaublich viel Schnee und guten Bekanntschaften. Wie es aussieht, wird es nicht die letzte Saison in den Japanischen Alpen für uns gewesen sein.

Unser Arbeitgeber Mark, dürfen wir mittlerweile als guten Freund bezeichnen. Für die Ihm entgegengebrachte Arbeit in diesem Jahr, wollte er sich revanchieren und brachte uns sowie Luke und Mariko, das Managerpaar der Lodge Nagano, auf einen viertägigen "Shyain Ryoko" Ausflug. Zusammen besuchten wir Nagano, Takayama und das schöne Mino in der Region Gifu. Viel zu lachen gab es, speziel während dem River Rafting Trip auf dem Fluss Nagaragawa. Tolle Tage mit neugewonnenen Freunden.


Seit heute sitzen wir zudem wieder im Fahrradsattel. Kyokos Fahrrad bekamen wir von Mark geschenkt, mein Fahrrad kaufte ich für 1000 Yen (gut 12 Franken) Second Hand. Für etwas mehr als eine Woche radeln wir von Mino über Nagoya und Ise der Küsten entlang nach Wakayama und Osaka, von wo wir am 7 Mai (ohne Fahrräder und nur zum ausspannen) für zwei Wochen nach Thailand abheben. Nach den Ferien in Thailand gehts nochmals kurz zurück nach Japan, bevor wir am 26 Mai von Tokyo in Richtung Zürich fliegen. Ab Ende Mai sind wir für den Sommer in der Schweiz.

Start der nächsten Veloreise. Man bemerke den fantastischen Radlerhut auf meinem Kopf.

Donnerstag, 26. April 2012

Tägliches Onsen

Onsen bedeutet „Heiße Quelle“. Doch für die Japaner bedeutet der Onsen viel mehr: Erholung, Stärkung, Krankheitsvorbeugung und Unterhaltung. Denn wenn die Spannungen und Verkrampfungen sich im heißen Wasser lösen, dann erfährt der Geist seine irdische Erlösung, so sagt man.
Während unserer Zeit in Japan besuchen auch wir täglich eine der heissen Quellen. Direkt hinter unserer Lodge befindet sich eines der 13 kostenlosen Badhäusern. Alle Badhäuser werden von den Anwohner rund um das jeweiige Onsen bewirtschaftet und stehen jedermann/frau kostenlos zur Verfügung. Viele lokale Leute haben zuhause keine Duscheinrichtung, die Körperpflege nehmen Sie im Onsen vor. Auch für uns wurde der Onsen-Gang zur Gewohnheit. Während der ganzen Saison standen wir nie unter einer normalen Dusche. Die Badhäuser unterscheiden sich alle einwenig von einander. Einige sind wunderbare Holzbauten, andere aus Beton. Auch was die Temperatur betrifft gibt es Unterschiede. Manche sind über 50 Grad Celsius heiss und es kann schon mal vorkommen, dass man sich die Kleider wieder überstülpen und ein kühleres Bad aufsuchen muss. Es gibt nichts schöneres, als nach einem Tag auf den Brettern oder einem langen Arbeitstag den müden Körper im warmen Wasser einzuweichen. An einigen Orten im Dorf kommt das natürliche Quellwasser mit bis zu 90 Grad Celsius aus dem Boden und die lokalen Leute nützen dieses um Gemüse und Onsen-Tamago (Eier) darin zu kochen.


Da ganz Japan in vulkanisch aktivem Gebiet liegt, finden sich Onsen nahezu überall in Japan. Die meisten Onsen haben ihre Becken im Freien, das Wasser muss anders als beim Sento aus einer vulkanischen Quelle kommen, darf aber künstlich erhitzt werden. In Nozawa Onsen sind die Bäder natürlich so heiss. Im Wasser sieht man viele Mineralien herumschwimmen, diese sollen gesundheitsfördernd sein. Das Bad und damit auch das Onsen spielt in der japanischen Kultur eine wichtige Rolle, vornehmlich zum Entspannen nach der Arbeit. Die meisten privaten Haushalte, so auch Kyokos Familie und Freunde, benützen das Bad täglich nach der Arbeit zur Körperpflege sowie zum entspannen. Traditionell hat im Onsen das ganze Dorf ohne Trennung der Geschlechter nackt gebadet, was sich mit der "Verwestlichung" im Laufe der Meiji-Restauration änderte.  Es gibt noch ein paar wenige Onsen, in denen Männer und Frauen unbekleidet gemeinsam baden. In Nozawa Onsen sind jedoch alle Bäder Geschlechter getrennt. Apropos Verwestlichung. An vielen Orten in Japan und auch im Westen bekommt man den Sake meistens kalt serviert. Ursprünglich wurde der Sake in Japan fast ausschliesslich warm getrunken, erst mit dem westlichen Einfluss kam der kalte Sake auf die Bartheken. Dabei unterscheidet sich der Geschmack von kalten und warmen Sake gross. Also bestelle deinen nächsten Sake warm...

Maguse Onsen in der nähe von Nozawa Onsen.